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Ernährung PRAL Säurebildend

Was sollte man bei basischer Ernährung nicht essen? + die häufigsten Fragen

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Basentracker Team

Direkte Antwort

Bei basischer Ernährung sollte man vor allem Fleisch, Wurst, Hartkäse, Weißmehlprodukte, Zucker, Softdrinks und Alkohol reduzieren. Diese Lebensmittel haben hohe positive PRAL-Werte und belasten den Säure-Basen-Haushalt. Es ist kein kompletter Verzicht nötig, die Faustregel lautet: 70 % basisch, 30 % säurebildend. Auf totale Verbote kannst du getrost verzichten.


Was macht ein Lebensmittel eigentlich säurebildend?

Säurebildend bedeutet nicht das Gleiche wie sauer schmecken. Eine Zitrone schmeckt sehr sauer, wirkt im Körper aber basisch bildend. Entscheidend ist, was nach der Verdauung übrig bleibt: Hinterlässt ein Lebensmittel eine Säurelast in den Nieren, ist es säurebildend. Genau das misst der PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load). Positive PRAL-Werte bedeuten säurebildend, negative Werte bedeuten basenbildend. Je höher der positive Wert, desto mehr Arbeit hat dein Körper bei der Neutralisierung.

Wenn du mehr über die Hintergründe erfahren möchtest, findest du eine vollständige Erklärung sowie eine detaillierte Übersicht hier: Basische Lebensmittel, die komplette Tabelle mit PRAL-Werten.


Die stärksten Säurebildner, und warum sie so viel ausmachen

Es geht nicht darum, einzelne Lebensmittel zu verbieten. Es geht darum, die größten Hebel zu kennen, denn wer die stärksten Säurebildner kennt, kann bewusster ausgleichen.

Fleisch und Wurst

Tierisches Protein ist der stärkste Säurebildner überhaupt. Das macht Fleisch zum größten Einzelhebel bei der Ernährungsumstellung. Wenn du Fleisch ein paarmal pro Woche weglässt oder reduzierst, veränderst du deinen Tages-PRAL-Wert spürbar, ohne auf alles andere achten zu müssen. Fleisch ist nicht verboten, es ist einfach der Bereich mit dem größten Effekt.

Lebensmittel Zustand PRAL-Wert
Schweinekotelett zubereitet +17,5
Hähnchenbrust zubereitet +14,1
Rindfleisch, Durchschnitt roh +9,6
Bratwurst zubereitet +7,8
Weißwurst zubereitet +8,2

Hartkäse und Schmelzkäse

Käse ist eine der größten Überraschungen für viele beim Einstieg in die basische Ernährung. Hartkäse gehört zu den säurebildendsten Lebensmitteln überhaupt. Frischkäse ist mit Werten um +2,7 deutlich milder und lässt sich im Alltag gut integrieren.

Lebensmittel Zustand PRAL-Wert
Parmesan roh +21,4
Gouda (jung) roh +20,0
Frischkäse, normal roh +2,7

Weißmehlprodukte

Weißbrot und Toast klingen moderat, und das sind sie auch für einzelne Portionen. Das Problem ist die Häufigkeit: Wenn du morgens Toast, mittags ein Brötchen und abends Pasta isst, summierst du durch diesen Bereich allein schon auf einen deutlich positiven Tageswert, ohne einen einzigen Bissen Fleisch gegessen zu haben.

Lebensmittel Zustand PRAL-Wert
Toastbrot (Weizen) gebacken +3,2
Weizenbrot (hell) gebacken +2,9
Vollkornbrot gebacken +4,7

Zucker und Süßigkeiten

Haushaltszucker selbst hat einen PRAL-Wert nahe null. Das eigentliche Problem sind die Kombinationen: Süßigkeiten bestehen selten nur aus Zucker, sondern aus Mehl, Milch und weiteren Zutaten, die sich summieren. Außerdem wirkt Zucker entzündungsfördernd, was unabhängig vom PRAL-Wert für Beschwerden wie Reflux oder Hautprobleme relevant sein kann.

Softdrinks und Alkohol

Cola und ähnliche Getränke haben PRAL-Werte um +0,2 bis +0,3. Das klingt wenig, wird aber durch die großen Mengen, die davon getrunken werden, relevant. Alkohol ist ebenfalls leicht säurebildend und belastet zusätzlich durch seine entwässernde Wirkung deinen Körper.

💡 Merke

Kein einziges dieser Lebensmittel muss vollständig gestrichen werden. Wenn du morgens und mittags überwiegend basisch isst, kannst du abends entspannter sein, ohne die Tagesbilanz zu kippen.


Die Graubereiche, oft missverstanden

Viele Menschen verunsichern sich selbst bei Lebensmitteln, die gar nicht so problematisch sind. Hier ein Blick auf die häufigsten Missverständnisse.

Milch und Joghurt

Naturjoghurt (3,5 %) hat einen PRAL-Wert von +0,2, also fast neutral. Wenn du morgens Joghurt zum Frühstück isst, musst du dir deswegen keine Sorgen machen. Griechischer Joghurt liegt mit +4,2 etwas höher, ist aber immer noch weit von den Werten des Hartkäses entfernt.

Eier

Eier sind säurebildend, aber die Stärke hängt sehr vom Teil ab. Eigelb hat einen PRAL-Wert von +18,3, Eiweiß dagegen nur +2,0. Ein ganzes Ei liegt damit moderat im säurebildenden Bereich. Zwei Eier zum Frühstück sind kein Problem, wenn der Rest deines Tages gut basisch ist.

Vollkornprodukte

Vollkornbrot kommt auf +4,7. Das ist säurebildender als viele denken, aber immer noch weit weg von den gröbsten Säurebildnern wie Fleisch und Hartkäse. Vollkornprodukte sind außerdem nährstoffreicher als Weißmehlalternativen, was sie trotzdem zur besseren Wahl macht.

Hülsenfrüchte

Hier gibt es eine schöne Überraschung: Weiße Bohnen (gekocht) haben einen PRAL-Wert von −5,6 und sind damit basisch. Linsen (gekocht) liegen bei +2,2, also leicht säurebildend aber sehr mäßig. Die meisten Hülsenfrüchte sind gute Eiweißquellen mit akzeptablem bis positivem PRAL-Wert.

Und jetzt kommen die fünf Fragen, die in Zusammenhang mit basischer Ernährung am häufigsten gestellt werden.


FAQ: Die 5 häufigsten Einzelfragen

Ist Reis sauer oder basisch?

Weißer Reis (gekocht) hat einen PRAL-Wert von +1,7 und ist damit leicht säurebildend. Brauner Reis (gekocht) liegt bei +2,0. Reis ist kein starker Säurebildner, kein Vergleich zu Fleisch oder Hartkäse. Wenn du Reis mit viel Gemüse kombinierst, bleibst du insgesamt problemlos im basischen Bereich. Der entscheidende Faktor ist immer die Gesamtbilanz deines Tages, nicht ein einzelnes Lebensmittel.

Ist Ei basisch oder säurebildend?

Eier sind säurebildend. Eigelb hat einen PRAL-Wert von +18,3, Eiweiß von +2,0. Ein ganzes Ei liegt damit im moderaten säurebildenden Bereich. Das bedeutet nicht, dass Eier von deinem Speiseplan verschwinden müssen. Zwei Eier zum Frühstück lassen sich durch basische Lebensmittel wie Spinat (frisch: −11,8), Tomaten (−3,9) oder Avocado (−8,2) am gleichen Tag gut ausgleichen.

Ist die Kartoffel basisch oder sauer?

Kartoffeln sind eine sehr angenehme Überraschung: Sie sind basisch bildend. Gekochte Kartoffeln haben einen PRAL-Wert von −5,2, Kartoffelbrei von −4,1. Damit gehören Kartoffeln zu den wenigen wirklich sättigenden Lebensmitteln mit negativem PRAL-Wert. Wichtig ist die Zubereitung: Gekocht oder als Ofenkartoffel bleiben sie basisch. Kartoffelchips hingegen verlieren durch das Frittieren und die Salzzugabe den basischen Vorteil weitgehend.

Welches Brot ist basisch?

Kein herkömmliches Brot ist wirklich basisch, aber es gibt große Unterschiede. Weißbrot liegt bei +2,9, Toastbrot bei +3,2, Vollkornbrot bei +4,7. Das basischste Brot in der Datenbank ist Kartoffelbrot mit +1,5, gefolgt von Roggenbrot mit +3,3. Wenn du wenig Brot isst und es mit viel Gemüse oder Avocado belegst, kannst du Brot problemlos im Alltag behalten.

Ist Kaffee basisch oder sauer?

Kaffee ist überraschend basisch. Schwarzer Kaffee hat einen PRAL-Wert von −0,96, Espresso sogar −4,2. Damit ist Kaffee bei basischer Ernährung definitiv kein Problem, solange du ihn schwarz oder mit wenig Milch trinkst. Wenn du Kaffee mit viel Zucker und Sahne trinkst, verändert sich die Bilanz, aber auch dann bleibt der Einfluss gering. Eine bis zwei Tassen täglich machen in der Tagesbilanz kaum einen Unterschied.


Die wichtigste Erkenntnis: Es geht um den Tag, nicht um einzelne Mahlzeiten

Niemand muss jeden Bissen abwägen. Die basische Ernährung funktioniert als Trend, nicht als Perfektion. Wenn du morgens überwiegend basisch frühstückst, mittags viel Gemüse auf dem Teller hast und abends flexibel bleibst, liegst du in der Regel gut.

Das Problem ist nicht das einzelne Ei oder die Tasse Kaffee. Das Problem ist, wenn Frühstück, Mittagessen und Abendessen alle deutlich säurebildend sind, ohne einen einzigen basischen Ausgleich. Dann summiert sich der Tages-PRAL ins Positive, und genau das möchtest du vermeiden.

Wenn du noch mehr basische Lebensmittel entdecken möchtest, die aktiv zu einem negativen Tages-PRAL beitragen, findest du hier die passende Übersicht: Was kann man bei basischer Ernährung essen?

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Zusammenfassung

Bei basischer Ernährung gibt es keine absoluten Verbote. Die stärksten Säurebildner sind Fleisch, Hartkäse und häufig gegessene Weißmehlprodukte, das sind die Bereiche mit dem größten Hebel. Reis, Eier, Kartoffeln, Brot und Kaffee sind kein Grund zur Sorge, wenn der Rest deines Tages basisch ausgerichtet ist. Wenn du den Überblick behalten möchtest, ohne täglich nachzurechnen, hast du mit dem Basentracker jetzt ein verlässliches Werkzeug dafür.

Noch mehr basische Lebensmittel und was du aktiv essen kannst, findest du hier: Was kann man bei basischer Ernährung essen?