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Säure-Basen-Haushalt Urin-pH PRAL

Säure-Basen-Test: Was Teststreifen zeigen und was dein Essen damit zu tun hat

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Basentracker Team

Säure-Basen-Test: Was Teststreifen zeigen und was dein Essen damit zu tun hat
Direkte Antwort

Ein Säure-Basen-Test aus Drogerie oder Apotheke misst den pH-Wert deines Urins, nicht den deines Körpers. Der Blut-pH bleibt bei Gesunden immer zwischen 7,35 und 7,45. Der Urin dagegen schwankt zwischen etwa 5 und 8, je nachdem, wie viel Säure die Nieren gerade ausscheiden. Diese Säure stammt zu einem großen Teil aus dem Essen, und genau das beschreibt der PRAL-Wert. Aussagekräftig wird der Test erst als Messreihe: vier Messungen am Tag, sieben Tage lang, das Essen daneben notiert. Eine Übersäuerung im medizinischen Sinn lässt sich damit nicht feststellen.


Was ein Säure-Basen-Test misst und was nicht

Teststreifen zeigen, wie sauer der Urin in diesem Moment ist. Über den Urin werden die Nieren überschüssige Säure los. Ein saurer Urin heißt also nicht, dass dein Körper sauer ist, sondern dass deine Nieren gerade Säure ausscheiden. Das ist ihre Aufgabe.

Was der Test nicht kann:

  • Den Blut-pH zeigen. Der liegt immer zwischen 7,35 und 7,45; Puffer, Lunge und Nieren halten ihn dort. Wie das zusammenspielt: Säure-Basen-Haushalt einfach erklärt.
  • Eine Übersäuerung feststellen. Eine echte Azidose ist ein akuter medizinischer Befund, den Ärzte über eine Blutgasanalyse erkennen. Müdigkeit oder Verspannungen haben meist andere Ursachen: Übersäuerung: Symptome und was dahintersteckt.
  • Mit einem Einzelwert etwas aussagen. Ein Streifen am Morgen zeigt die Säure der Nacht, einer nach dem Mittagessen die der letzten Mahlzeit.

Speicheltests sagen noch weniger. Der Speichel-pH hängt vor allem davon ab, was du in den letzten Minuten gegessen oder getrunken hast.

Was der Test kann: Über mehrere Tage zeigt er, ob deine Ernährung eher säure- oder basenlastig ist und ob eine Änderung auf dem Teller im Urin ankommt. Was einzelne Werte bedeuten, steht im Artikel Urin-pH-Wert: Normalwerte und Tagesverlauf.


Teststreifen aus Drogerie und Apotheke

Säure-Basen-Teststreifen gibt es in Drogerien wie dm und in der Apotheke, meist als Heft oder Rolle mit Farbskala. Sie unterscheiden sich vor allem im Messbereich und in der Abstufung. Viele zeigen pH 5 bis 8 in Schritten von 0,2 bis 0,5. Für den Selbsttest reicht das, denn es geht um den Verlauf, nicht um die zweite Nachkommastelle.

So liest du richtig ab:

  1. Mittelstrahl verwenden. Den Streifen kurz in den Strahl halten oder in frisch aufgefangenen Urin tauchen.
  2. Sofort ablesen, spätestens nach der Zeit, die auf der Packung steht. Stehender Urin gibt CO₂ ab und wird basischer.
  3. Bei Tageslicht vergleichen. Liegt die Farbe zwischen zwei Feldern, notierst du den Zwischenwert.
  4. Trocken lagern. Heft oder Dose nach dem Abreißen schließen; feuchte Streifen verfärben sich und zeigen falsche Werte.

ℹ️ Basenpulver verfälscht den Test

Citrate und Hydrogencarbonat aus Basenpulver heben den Urin-pH direkt, oft schon nach wenigen Stunden. Wer Basenpulver nimmt, misst vor allem das Pulver und nicht die Ernährung. Für einen aussagekräftigen Test die Woche ohne Pulver messen oder es im Protokoll vermerken. Mehr dazu: Basenpulver: Was drin ist und was es wirklich bringt.


Der 7-Tage-Selbsttest

Vier Messungen am Tag:

  • Morgenurin direkt nach dem Aufstehen. Er zeigt, was die Nieren über Nacht ausgeschieden haben, und ist fast immer der sauerste Wert.
  • Vor dem Mittagessen.
  • Zwei Stunden nach dem Mittagessen.
  • Abends vor dem Schlafengehen.

Daneben notieren: was du gegessen hast, mit ungefähren Mengen. Daraus ergibt sich die PRAL-Bilanz des Tages. Dazu alles, was den Wert sonst bewegt: Basenpulver, Medikamente, viel Sport, ungewöhnlich viel oder wenig getrunken.

Sieben Tage, eine Änderung: An den ersten drei Tagen isst du wie immer, das ist dein Ausgangswert. Ab Tag vier änderst du eine Sache: Zu jeder Hauptmahlzeit kommt eine große Portion Gemüse oder Kartoffeln, zwischendurch Obst. Ab Tag fünf oder sechs siehst du, ob sich die Kurve verschiebt.

Wer ohnehin Basenfasten plant, kann den Test darum herum legen: drei Tage vorher messen, dann während des Fastens. Ein Plan dafür: Basenfasten: Plan und Rezepte.


Warum dein Teller den Wert bewegt: der PRAL-Wert

Der PRAL-Wert (Potential Renal Acid Load) schätzt, wie viel Säure ein Lebensmittel nach der Verdauung für die Nieren hinterlässt. Eiweiß und Phosphor erhöhen ihn, Kalium, Magnesium und Calcium senken ihn. Ein positiver Wert heißt säurebildend, ein negativer basenbildend. Mit dem Geschmack hat das nichts zu tun: Zitrone schmeckt sauer und ist basenbildend.

Entwickelt wurde der Wert genau für die Frage, die dein Teststreifen stellt. Die Ernährungsforscher Thomas Remer und Friedrich Manz haben 1995 gezeigt, dass sich aus dem PRAL der Lebensmittel vorhersagen lässt, wie sauer der Urin wird. Der PRAL sagt voraus, der Streifen misst nach.

Für den Urin zählt die Summe des Tages, nicht das einzelne Lebensmittel. Ein Stück Käse ändert wenig, wenn Gemüse und Kartoffeln den Rest des Tellers füllen.


Zwei Tage im Vergleich

Zwei Tage mit fast gleich vielen Kalorien, beide mit Brot und Käse. Die Werte stammen aus der Basentracker-Datenbank.

Tag A: Brötchen, Nudeln und Wurst (rund 1.700 kcal)

Mahlzeit Was PRAL
Frühstück 2 Weizenbrötchen (120 g), Gouda (30 g), Kochschinken (30 g), Milchkaffee (200 ml) +11,5
Mittag Spaghetti (250 g) mit Rinderhack (100 g), passierten Tomaten (100 g) und Parmesan (15 g) +27,0
Abend Vollkornbrot (100 g), Salami (30 g), Gouda (30 g), Gurke (50 g) +10,5
Tag +49,0

Tag B: Gemüse, Kartoffeln und Obst (rund 1.660 kcal)

Mahlzeit Was PRAL
Frühstück Haferflocken (60 g) mit Milch (200 ml) und Banane (120 g), Milchkaffee (200 ml) −7,8
Mittag Lachs (150 g), Salzkartoffeln (250 g), Spinat (150 g) −18,5
Abend Vollkornbrot (100 g), Gouda (30 g), Tomate, Gurke und Paprika (je 100 g) −3,2
Zwischendurch Apfel (150 g), Walnüsse (30 g) −1,2
Tag −30,6

Tag B enthält Fisch, Käse und Haferflocken, also drei Säurebildner, und landet trotzdem bei −30,6. Der Unterschied zu Tag A sind Kartoffeln, Spinat, Rohkost und Obst neben dem Eiweiß.

Nach einem Tag wie A liegt der Streifen abends und am nächsten Morgen eher im unteren Bereich, nach einigen Tagen wie B weiter oben. Genaue pH-Werte lassen sich aus dem PRAL nicht ablesen, denn sie hängen auch von Trinkmenge, Tageszeit und deinen Nieren ab. Die Richtung aber ist gut belegt.

Eigene Mahlzeiten rechnest du mit dem PRAL-Rechner, einzelne Werte findest du in der PRAL-Tabelle.


So liest du dein Ergebnis

  • Morgens unter 6, tagsüber Werte bis 7: unauffällig. Ein Tagesprofil, das zwischen 5,5 und 7,0 pendelt, ist normal.
  • Den ganzen Tag unter 6, mehrere Tage lang: spricht für eine säurelastige Ernährung. Liegt die PRAL-Bilanz dieser Tage deutlich im Plus, ist das die naheliegende Erklärung.
  • Nach der Umstellung steigt die Kurve: Gemüse, Kartoffeln und Obst wirken auf den Urin, und zwar innerhalb weniger Tage. Mit einer „Entsäuerung“ des Körpers hat das nichts zu tun, der Blut-pH war vorher und nachher normal.
  • Keine Veränderung trotz Umstellung: Prüfe das Protokoll. Oft war die Bilanz weniger basisch als gedacht, etwa weil Brot, Käse oder Nudeln den größten Teil des Tellers füllten.

⚠️ Wann der Test ein Fall für den Arzt ist

Dauerhaft unter 5 trotz gemüsereicher Ernährung, dauerhaft über 8 mit Brennen beim Wasserlassen, bekannte Nierensteine oder Gicht: Dann legt der Arzt fest, welcher Urin-pH sinnvoll ist. Bei eingeschränkter Nierenfunktion gilt: Mehr Gemüse und Obst heißt auch mehr Kalium. Eine Umstellung erst mit dem Arzt besprechen: Ernährung bei Niereninsuffizienz.

Häufige Fragen

Kann man eine Übersäuerung mit Teststreifen feststellen?

Nein. Teststreifen messen den pH-Wert des Urins, nicht den des Blutes. Ein saurer Urin zeigt, dass die Nieren Säure ausscheiden, und das ist ihre normale Aufgabe. Eine echte Übersäuerung (Azidose) ist ein akuter Befund, den Ärzte über eine Blutgasanalyse erkennen.

Welche Säure-Basen-Teststreifen sind gut?

Die Streifen aus Drogerie und Apotheke unterscheiden sich wenig. Achte auf einen Messbereich von etwa pH 5 bis 8 und eine Abstufung von 0,2 bis 0,5. Wichtiger als die Marke sind sofortiges Ablesen bei Tageslicht, trockene Lagerung und regelmäßige Messungen über mehrere Tage.

Wann sollte man den Urin-pH messen?

Viermal am Tag: Morgenurin, vor dem Mittagessen, zwei Stunden nach dem Mittagessen und abends. Der Morgenurin allein ist fast immer sauer und sagt wenig. Erst die Kurve über fünf bis sieben Tage zeigt, wie sich deine Ernährung auswirkt.

Urin oder Speichel: Was ist aussagekräftiger?

Urin. Der Speichel-pH hängt vor allem davon ab, was du in den letzten Minuten gegessen oder getrunken hast. Über die Säurelast deiner Ernährung sagt er kaum etwas.

Was ist der Säure-Basen-Test nach Sander?

Ein Labortest aus der Naturheilkunde. Du sammelst über einen Tag verteilt fünf Urinproben, ein Labor bestimmt daraus Säuregehalt und Pufferkapazität. Auch dieser Test misst den Urin und nicht das Blut, und er gehört nicht zu den Standardverfahren der Medizin.

Gibt es einen Bluttest auf Übersäuerung?

Ja, die Blutgasanalyse beim Arzt. Sie misst Blut-pH, Bikarbonat und Basenüberschuss. Bei gesunden Menschen ist sie normal, auch bei säurelastiger Ernährung. Für Ernährungsfragen ist sie nicht nötig.

Wie schnell verändert die Ernährung den Urin-pH?

Nach einer Mahlzeit innerhalb von Stunden. Eine Umstellung auf mehr Gemüse, Kartoffeln und Obst zeigt sich nach zwei bis drei Tagen im Tagesprofil.

Was hat der PRAL-Wert mit dem Urin-pH zu tun?

Der PRAL-Wert schätzt, wie viel Säure ein Lebensmittel nach der Verdauung für die Nieren hinterlässt. Je höher die PRAL-Summe eines Tages, desto saurer wird der Urin. Genau dafür wurde der Wert 1995 entwickelt.

Quellen: PRAL-Werte: Basentracker-Lebensmitteldatenbank, Stand Oktober 2026, berechnet nach Remer und Manz (siehe Quellen). Remer T, Manz F: Potential renal acid load of foods and its influence on urine pH. Journal of the American Dietetic Association 1995; 95: 791–797.


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Fazit

Ein Säure-Basen-Test misst den Urin, nicht den Körper. Als Einzelwert ist er wertlos, als Messreihe über sieben Tage ein brauchbarer Spiegel deiner Ernährung. Was ihn bewegt, ist die Säurelast deines Essens, und die beschreibt der PRAL-Wert. Wer den Wert verändern will, verändert den Teller: mehr Gemüse, Kartoffeln und Obst neben Brot, Käse und Fleisch. Eine Übersäuerung findet der Streifen nicht, eine säurelastige Woche schon.