Zurück zum Blog
Getränke PRAL Mythen

Basische Getränke: Was wirklich zählt, von Wasser bis Kaffee

B

Basentracker Team

Basische Getränke: Was wirklich zählt, von Wasser bis Kaffee
Direkte Antwort

Fast alle Getränke sind neutral bis leicht basisch. Gemüse- und Obstsäfte liegen klar im Minus (Karottensaft −3,8, Orangensaft −2,4 je 100 ml), Kaffee ist leicht basisch (−2,3), Tee praktisch neutral, Milch neutral, Bier neutral, Wein leicht basisch. Säurebildende Getränke gibt es praktisch nicht, selbst Cola liegt mit +0,5 nur an der Grenze. Ein Getränk „entsäuert” aber auch nichts: Der Effekt pro Glas ist klein, und „basisches Wasser” mit hohem pH bringt nichts, was ein hydrogencarbonatreiches Mineralwasser nicht auch bringt.


Warum Getränke die Bilanz kaum bewegen

Der PRAL-Wert entsteht aus Mineralien und Eiweiß. Getränke bestehen zu 85 bis 100 % aus Wasser, deshalb sind ihre Werte je 100 ml klein. Selbst der basischste Saft bringt pro Glas weniger als eine Kartoffel. Das heißt umgekehrt: Du musst kein Getränk meiden, um basisch zu essen, und du kannst keins trinken, um eine säurelastige Mahlzeit auszugleichen.

Ausnahmen mit relevantem Effekt sind Gemüsesäfte (Kalium) und Mineralwässer mit viel Hydrogencarbonat, dazu unten mehr.


Alle gängigen Getränke im Überblick

Werte je 100 ml aus der Basentracker-Datenbank, sortiert von basisch nach säurebildend.

Getränk PRAL je 100 ml Pro Glas (200 ml)
Kokoswasser −5,7 −11,4
Gemüsesaft (Mischung) −4,4 −8,7
Granatapfelsaft −4,3 −8,7
Tomatensaft −4,3 −8,6
Karottensaft −3,8 −7,7
Ananassaft −2,6 −5,3
Orangensaft −2,4 −4,9
Kaffee, schwarz −2,3 −4,6
Zitronensaft −2,3 −0,7 (30 ml)
Espresso −1,9 −0,6 (30 ml)
Apfelsaft −1,8 −3,6
Sojadrink, ungesüßt −1,6 −3,2
Rotwein −1,6 −2,4 (150 ml)
Fruchtschorle −1,3 −2,7
Mandeldrink, ungesüßt −1,3 −2,6
Haferdrink, ungesüßt −1,2 −2,3
Weißwein −1,0 −1,6 (150 ml)
Bier −0,4 −2,1 (500 ml)
Alkoholfreies Bier −0,4 −2,1 (500 ml)
Schwarztee −0,3 −0,6
Kräutertee −0,3 −0,6
Latte Macchiato −0,3 −0,5
Cappuccino −0,3 −0,5
Mineralwasser (Mittel) −0,2 −0,5
Grüner Tee −0,2 −0,4
Eistee, gezuckert −0,2 −0,3
Leitungswasser −0,1 −0,2
Limonade, klar 0,0 0,0
Milch, 3,5 % +0,1 +0,3
Cola +0,5 +1,0
Kondensmilch, gesüßt +0,9 +0,2 (20 ml)
Schafsmilch +1,1 +2,1

Das säurebildendste Alltagsgetränk ist Cola mit +0,5, gerade an der Grenze zu leicht säurebildend; Milch liegt bei +0,1 und ist neutral. Die Angst vor „säurebildenden Getränken” ist unbegründet. Was Getränke ungesund machen kann, ist Zucker (Cola, Eistee, Limonade, Säfte) und Alkohol, und das hat mit PRAL nichts zu tun.


Kaffee: der am häufigsten zu Unrecht gestrichene

Kaffee hat einen PRAL-Wert von −2,3 je 100 ml, Espresso −1,9. Kaffeebohnen bringen Kalium und Magnesium mit und kaum Eiweiß oder Phosphor. Dass Kaffee als „Säurebildner” gilt, liegt an der Verwechslung mit Magensäure: Röststoffe und Koffein können den Magen reizen, das ist eine Frage der Verträglichkeit, nicht der Säure-Basen-Bilanz. Milch ändert wenig, Zucker gar nichts.

Zwei bis drei Tassen am Tag sind für die Bilanz kein Thema. Wer Kaffee reduziert, tut das für Schlaf, Blutdruck oder Magen. Mehr dazu: Ist Kaffee basisch?


Basisches Wasser: was stimmt, was Marketing ist

Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen, weil viel Geld damit verdient wird.

Was zählt: gelöste Mineralien, vor allem Hydrogencarbonat (HCO₃⁻), daneben Kalzium und Magnesium. Mineralwässer mit über 1.000 mg Hydrogencarbonat je Liter haben einen messbaren basischen Effekt, der mit −5 bis −8 je Liter in der Größenordnung einer Portion Gemüse liegt. Das steht auf dem Etikett.

Was nicht zählt: der pH-Wert des Wassers. „Basisches Wasser” mit pH 8 bis 9,5 aus Ionisierern oder Flaschen wird im Magen (pH 1 bis 2) sofort neutralisiert. Der pH kommt nicht im Darm an, geschweige denn im Blut. Ein Wasser mit pH 9 und wenig Mineralien bringt nichts; ein Wasser mit pH 7 und 1.800 mg Hydrogencarbonat bringt etwas.

Kauftipp: Auf dem Etikett nach „Hydrogencarbonat” oder „HCO₃” suchen. Über 1.000 mg/l ist gut, über 1.500 mg/l sehr gut. Magnesium über 50 mg/l ist ein Bonus. Diese Wässer kosten im Supermarkt 20 bis 60 Cent je Liter, Ionisierer kosten Hunderte Euro für Wasser, das nichts kann.

⚠️ Nieren

Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, bespricht kalium- und mineralstoffreiche Wässer und vor allem Gemüsesäfte mit dem Arzt. Für Gesunde gilt diese Einschränkung nicht.


Säfte: basisch, aber mit Zucker

Obst- und Gemüsesäfte sind neben Kokoswasser die basischsten Getränke, weil das Kalium der Frucht im Saft bleibt. Ein Glas Karottensaft bringt −7,7, ein Glas Orangensaft −4,9. Das ist real und für die Bilanz nützlich.

Der Haken bei Obstsäften: ein Glas enthält den Zucker von drei bis vier Früchten ohne deren Ballaststoffe. Die ganze Frucht ist fast immer die bessere Wahl. Gemüsesäfte (Tomate, Karotte, Rote Bete) haben dieses Problem kaum und sind damit das einzige Getränk, das als „basischer Baustein” wirklich funktioniert. Eine Schorle aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Mineralwasser verbindet beides.


Tee, Pflanzendrinks, Alkohol in Kürze

Tee ist neutral, egal welche Sorte: Kräutertee −0,3, grüner Tee −0,2, Schwarztee −0,3. „Basentee” aus der Apotheke ist Kräutertee mit anderem Etikett.

Pflanzendrinks sind leicht basisch (Mandel −1,3, Hafer −1,2, Soja −1,6, Reis −1,7), Kuhmilch ist neutral (+0,1). Für die Bilanz ist die Wahl zweitrangig. Ungesüßt kaufen, gesüßte Varianten haben bis zu 7 g Zucker je 100 ml.

Bier und Wein sind nach PRAL neutral bis leicht basisch (Bier −0,4, Rotwein −1,6, Weißwein −1,0). Der PRAL-Wert bewertet die Mineralstoffbilanz, nicht den Alkohol. Alkohol belastet Leber, Schlaf und Mineralstoffhaushalt auf anderem Weg; die Bilanz ist hier kein Argument in irgendeine Richtung. Warum Wein grün ist und Wodka neutral: Basisch heißt nicht gesund.

Einzelne Antworten: Ist Wasser basisch?, Ist Tee basisch?, Ist Bier basisch?, Ist Wein basisch?, Ist Milch basisch?, Ist Hafermilch basisch?, Ist Zitronenwasser basisch?. Was hinter „basischem Wasser“ steckt und welches Mineralwasser wirklich basisch wirkt: Basisches Wasser.


Häufige Fragen

Was ist das basischste Getränk? Kokoswasser (−5,7 je 100 ml), gefolgt von Gemüsesaft (−4,4) sowie Granatapfel- und Tomatensaft (je −4,3). Unter den alltäglichen Getränken ohne Zucker: schwarzer Kaffee (−2,3), über den Tag gerechnet auch hydrogencarbonatreiches Mineralwasser.

Ist Cola säurebildend? Kaum: +0,5 je 100 ml, genau an der Grenze zu leicht säurebildend. Die Phosphorsäure in Cola ist mengenmäßig klein. Cola ist aus anderen Gründen ungünstig: 10 g Zucker je 100 ml.

Hilft Zitronenwasser am Morgen? Leicht: Der Saft einer halben Zitrone bringt etwa −0,7. Ein Apfel bringt −2,9. Zitronenwasser ist ein nettes Ritual, kein Hebel.

Wie viel sollte ich trinken? Eineinhalb bis zwei Liter, bei Hitze und Sport mehr. Für die Säureausscheidung ist genug Flüssigkeit wichtiger als die Sorte; die Nieren brauchen Wasser, um Säure loszuwerden.


Kostenlos & werbefrei

Getränke mitzählen, ohne sie zu überschätzen.

Der Basentracker rechnet Säfte, Kaffee und Milch in die Tagesbilanz ein, mit den echten Werten je Glas. Du siehst, was zählt und was nicht.

Jetzt kostenlos herunterladen

Kostenlos im Google Play Store · Android

Fazit

Beim Trinken gibt es nichts zu verbieten und wenig zu gewinnen. Gemüsesäfte und mineralstoffreiches Wasser helfen ein bisschen, Kaffee und Tee schaden nicht, Milch ist neutral. Wer Getränke verbessern will, spart Zucker und Alkohol, nicht Säure.