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Grundlagen Basische Ernährung PRAL

Was ist basische Ernährung? Einfach erklärt für Anfänger, mit Zahlen statt Mythen

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Basentracker Team

Was ist basische Ernährung? Einfach erklärt für Anfänger, mit Zahlen statt Mythen
Direkte Antwort

Basische Ernährung heißt: überwiegend Lebensmittel essen, die nach dem Verstoffwechseln Basen hinterlassen (Gemüse, Obst, Kartoffeln, Kräuter), und solche begrenzen, die Säure hinterlassen (Käse, Fleisch, Wurst, Eier, Getreide). Gemessen wird das mit dem PRAL-Wert: negativ ist basisch, positiv säurebildend. Es geht nicht um Verzicht, sondern um das Verhältnis: etwa zwei Drittel basisch, ein Drittel säurebildend. Der Geschmack spielt keine Rolle, Zitrone ist basisch, Käse ist der stärkste Säurebildner.


Die Idee in einem Absatz

Alles, was du isst, wird verdaut und verstoffwechselt. Dabei bleiben Mineralien übrig. Aus Eiweiß und Phosphor entstehen Säuren (Schwefelsäure, Phosphorsäure), aus Kalium, Magnesium und Kalzium entstehen Basen. Die Nieren scheiden den Überschuss aus. Isst du dauerhaft mehr Säure- als Basenbildner, müssen die Nieren jeden Tag Säure loswerden, und der Körper zieht Basen aus seinen Speichern, um zu puffern. Basische Ernährung dreht dieses Verhältnis um, ohne auf Eiweiß zu verzichten.

Das klingt esoterisch, ist aber Biochemie, die seit über hundert Jahren bekannt ist. Was esoterisch ist, sind viele der Versprechen, die daran gehängt werden. Dazu weiter unten.


Der PRAL-Wert: die eine Zahl, die du kennen musst

PRAL steht für Potential Renal Acid Load, die potenzielle Säurelast für die Nieren. Die Formel von Remer und Manz (1995) rechnet aus fünf Nährstoffen je 100 g Lebensmittel eine Zahl:

  • Säurebildend (plus): Eiweiß, Phosphor
  • Basenbildend (minus): Kalium, Magnesium, Kalzium

Negativ heißt basisch, positiv heißt säurebildend, um null neutral. Der Wert gilt je 100 g, die Portion entscheidet also mit: 10 g Parmesan (+3,0) sind etwas anderes als 100 g (+29,6).

Lebensmittel PRAL je 100 g Einordnung
Spinat, frisch −12,2 stark basisch
Avocado −9,9 stark basisch
Kartoffel, gekocht −6,5 stark basisch
Banane −6,4 stark basisch
Tomate −4,2 basisch
Kaffee, schwarz −2,3 basisch
Apfel −1,9 basisch
Zucker 0,0 neutral
Milch +0,1 neutral
Reis, gekocht +1,8 leicht säurebildend
Vollkornbrot +2,6 leicht säurebildend
Linsen, gekocht +3,1 leicht säurebildend
Haferflocken +6,8 säurebildend
Ei +10,6 säurebildend
Lachs +11,5 säurebildend
Hähnchenbrust +13,2 stark säurebildend
Gouda +17,5 stark säurebildend

Drei Dinge fallen auf, die den meisten neu sind: Zucker ist neutral, nicht säurebildend. Kaffee ist basisch, nicht sauer. Und Käse schlägt Fleisch deutlich. Wer basisch essen will, muss beim Käse ansetzen, nicht beim Kaffee.

Alle 977 Lebensmittel der Basentracker-Datenbank mit Wert, Suche und Filter: PRAL-Tabelle. Einzelne Fragen wie „Ist Kaffee basisch?” oder „Sind Haferflocken basisch?” beantwortet der Ratgeber Ist das basisch?. Wie der Wert berechnet wird: PRAL-Wert erklärt, und was im Körper passiert: Säure-Basen-Haushalt einfach erklärt.


Sauer schmecken und säurebildend sein sind zwei verschiedene Dinge

Der häufigste Denkfehler. Zitrone, Essig, Tomate, Sauerkraut und Johannisbeeren schmecken sauer. Die Fruchtsäuren darin werden im Stoffwechsel aber vollständig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut, übrig bleibt das Kalium. Alle fünf sind basisch. Umgekehrt schmeckt Hartkäse mild und nussig und ist mit bis zu +30 der stärkste Säurebildner im Supermarkt.

Der pH-Wert eines Lebensmittels (wie sauer es im Mund ist) und sein PRAL-Wert (was es nach der Verdauung hinterlässt) haben nichts miteinander zu tun. Deshalb bringt es auch nichts, Lebensmittel nach Geschmack zu sortieren oder Zitronenwasser als „Säure” zu meiden.


Welche Lebensmittel sind basisch, welche säurebildend?

Grob sortiert nach Gruppen, mit Spannen aus der Datenbank:

Gruppe PRAL-Spanne je 100 g Was das heißt
Kräuter und Gewürze −10 bis −90 extrem basisch, aber nur in Gramm-Mengen
Blattgemüse, Kohl, Wurzeln −3 bis −13 die Basis jeder basischen Mahlzeit
Kartoffeln, Süßkartoffeln −5 bis −9 die einzige basische Sättigungsbeilage
Obst −1 bis −29 alles basisch, getrocknet am stärksten
Nüsse −3 bis +11 gemischt: Haselnüsse basisch, Walnüsse und Mandeln säurebildend
Hülsenfrüchte −6 bis +4 neutral bis leicht säurebildend, bestes Eiweiß für die Bilanz
Milch, Joghurt 0 bis +1 neutral; Quark säurebildend (+6 bis +9)
Getreide, Brot, Nudeln, Reis +1 bis +11 säurebildend, gekocht mild, trocken stark
Eier +10 säurebildend, der Dotter macht es
Fisch +3 bis +18 säurebildend wie Fleisch
Fleisch, Wurst +5 bis +17 säurebildend, mager sogar etwas mehr
Käse +3 (Frischkäse) bis +30 (Parmesan) der größte Posten in fast jeder Bilanz
Öle, Zucker, Wasser um 0 neutral, spielen keine Rolle

Wie basisch soll ein Tag sein?

Nicht so basisch wie möglich. Eiweiß ist lebensnotwendig und säurebildend, das lässt sich nicht trennen. Eine Tagesbilanz um null oder leicht darunter gilt als ausgeglichen. Typische westliche Ernährung liegt bei +40 bis +60 am Tag; eine Gemüse-betonte Ernährung mit moderat Fleisch und Käse bei −10 bis +10. Das ist der Bereich, den du anpeilst.

Die Faustregel „zwei Drittel basisch, ein Drittel säurebildend” bezieht sich auf die Tellerfläche, nicht auf Kalorien. Praktisch: Jede Hauptmahlzeit hat eine säurebildende Komponente (Fleisch, Fisch, Ei, Käse, Hülsenfrüchte) und zwei basische (Gemüse, Kartoffeln, Salat, Obst).

So sieht ein ausgeglichener Teller aus

−0,7 basisch
Fisch bleibt, die Beilagen gleichen ihn aus 465 kcal

Und so ein typisch säurelastiger

+27,6 stark säurebildend
Gleiche Kalorien, andere Beilagen 513 kcal

Was die Wissenschaft sagt, und was nicht

Belegt: Eine hohe Säurelast erhöht die Säureausscheidung im Urin, ist bei bestehender Nierenschwäche ein Risikofaktor für deren Fortschreiten, begünstigt Nierensteine und ist ein kleiner Faktor für die Knochendichte im Alter. Menschen, die viel Gemüse und Obst essen, haben eine niedrigere Säurelast und bessere Gesundheitswerte, allerdings aus vielen Gründen gleichzeitig.

Nicht belegt: dass Säurelast Krebs, Allergien, Cellulite oder Haarausfall verursacht; dass der Körper „verschlackt”; dass Basenpulver oder Basenbäder Krankheiten vorbeugen; dass der Blut-pH durch Ernährung sinkt (tut er nicht, dafür sorgen Lunge und Niere).

Die ehrliche Zusammenfassung: Basische Ernährung ist ein anderes Wort für „viel Gemüse, Obst und Kartoffeln, maßvoll Tierisches”. Dass das gesund ist, bestreitet niemand. Die Säure-Basen-Theorie ist eine von mehreren Erklärungen dafür, und der PRAL-Wert ist ein praktisches Werkzeug, um es zu messen. Mehr muss man nicht glauben.

💡 Der Nutzen des Messens

Die meisten Menschen überschätzen, wie viel Gemüse sie essen, und unterschätzen den Käse. Eine Woche mitschreiben, egal ob auf Papier oder in der App, korrigiert beides schneller als jeder Ratgeber.


Die fünf Hebel, die wirklich zählen

  1. Käse als Würze, nicht als Belag. 10 g Parmesan über Gemüse: +3. Drei Scheiben Gouda im Brötchen: +16.
  2. Kartoffeln statt Nudeln, Reis oder Brot als Standardbeilage. Der größte Einzelhebel, weil täglich.
  3. Gemüse ist die Hauptsache, Fleisch die Beilage. 100 g Fleisch, 300 g Gemüse.
  4. Hülsenfrüchte als Eiweiß an fleischfreien Tagen. Linsen +3,1 statt Käse +17,5.
  5. Obst statt Snackriegel. Banane −7,6 statt Müsliriegel +1,2 pro Stück.

Was du nicht tun musst: Kaffee streichen, Zucker wegen der Säure meiden, Brot verbieten, Pulver kaufen, Teststreifen benutzen.


Häufige Fragen

Ist basische Ernährung dasselbe wie Basenfasten? Nein. Basenfasten ist eine zeitlich begrenzte Kur, ein bis zwei Wochen nur basische Lebensmittel. Basische Ernährung ist eine dauerhafte Gewichtung, bei der säurebildende Lebensmittel erlaubt bleiben. Wer dauerhaft nur basisch isst, bekommt ein Eiweißproblem.

Kann ich mich basisch ernähren und trotzdem Sport machen? Ja, und Sportler profitieren besonders: Viel Eiweiß heißt viel Säurelast, und Kalium aus Gemüse und Kartoffeln gleicht das aus. Nur die Idee, Eiweiß zu streichen, ist falsch.

Was ist mit Kindern und Schwangeren? Für beide gilt: ausgewogen essen, nicht einseitig. Mehr Gemüse und Obst schadet nie, Eiweiß und Milchprodukte zu streichen schon. Basenpulver haben hier nichts verloren.

Wie finde ich heraus, wie basisch ich esse? Eine Woche lang alles eintragen und die PRAL-Summen anschauen. Das geht mit der PRAL-Tabelle und dem Rechner von Hand, oder automatisch mit der App.


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Fazit

Basische Ernährung ist kein Glaubenssystem und keine Diät, sondern eine Gewichtung: Gemüse, Obst, Kartoffeln und Kräuter stellen die Mehrheit, Käse, Fleisch, Eier und Getreide die Minderheit. Der PRAL-Wert macht das messbar, und die Überraschungen (Kaffee basisch, Zucker neutral, Käse der größte Säurebildner) zeigen, warum Messen besser ist als Vermuten.